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13. Januar 2014
DataOne Blog

Oracle Data Integrator Step-By-Step Part 1 – Installation

Seit Mitte November 2012 gibt es die Version 12c des Datenintegrationwerkzeugs Data Integrator von Oracle. Mit dieser Version soll die Ära der Entwicklung von BI-Lösungen mit dem Warehouse Builder der Vergangenheit angehören – soweit das Statement von Oracle. Zumindest sieht das Ergebnis des ODI 12c stark danach aus, dass sich die OWB-Entwickler in einer fast gewohnten Umgebung wiederfinden. Mit dem ODI 12c gibt es Mappings (vormals Interfaces)!


odi

In diesem Tutorial möchte ich zeigen, wie der ODI 12c installiert wird. In einem weiteren Tutorial wird die Erzeugung der Repositories und die Konfiguration der ausgewählten Topologie beschrieben und im dritten Tutorial werde ich die Grundkonzepte und die Erstellung von Mappings zeigen. Auch wichtig für alle OWB-Entwickler ist die Migration von OWB-Repositories zu ODI-Repositories. Dieses Thema ist Bestandteil des vierten Tutorials – wobei die Migration so simpel ist, dass es sich fast nicht lohnt auch nur ein Wort darüber zu verlieren. Der Vollständigkeit halber soll das Migration-Utility erwähnt werden.

 

Teil 2: Erstellung der ODI-Repositories

Installation und Konfiguration ODI 12c

Als Betriebssystem wird Microsoft Windows Server 2012 in der Standard Edition genutzt. Zusätzlich, für die spätere Aufnahme von Master- und Work-Repository des ODI, ist eine Oracle Datenbank 12c Enterprise auf dem gleichen System verfügbar.

An der Stelle gibt es bereits vor der Installation und Konfiguration des ODI zwei Dinge zu beachten:

 

  • Die Datenbankversion, sofern eine ORACLE DB genutzt wird
  • Das Java JDK

 

Die Konfiguration des ODI ist nach der Installation nur für folgende Oracle-DB-Versionen möglich:

  • Oracle 12c (auch die Express-Variante ist möglich)
  • Oracle 11g Release mit Patch-Lever 3 oder höher

Wer ein fertiges System zum Testen haben möchte, kann sich ein Virtual-Box-Template herunterladen.

 

 

Java Mismatch

 

Im Beispiel von oben ist eine ORACLE 12c Instanz installiert. Diese bringt standardmäßig die Java Version 6 mit. Der ODI jedoch benötigt für die Installation und Konfiguration die Version 7. Paradoxerweise gibt es jetzt einen Konflikt zu beachten, der eine Hürde bei der Installation des ODI darstellt. Die Installationsroutine des ODI benötigt die Java Version 7, der Oracle Installer, der aus dieser Installationsroutine des ODI aufgerufen wird, kann aber nicht mit dieser Java Version gestartet werden.

Um nicht während der Installationsphase in dieses Problem zu laufen, sollten vorab folgende Schritte durchgeführt werden:

 

Download des Java JDK 7 und Installation auf dem System, auf dem der ODI installiert werden soll.

– Java Version prüfen:

 

odi-abb-1

 

– Über die Systemsteuerung legen wir eine Umgebungsvariable an, die später bei der Installation und Konfiguration des ODI genutzt wird. Leider steht in der Oracle Dokumentation „E39433-01: Installing and Configuraing Oracle Data Integraor“ hierzu nichts. Spätestens dann, wenn in den Scripten nach der Ursache gesucht wird, fällt erst auf was fehlt.

  • Systemsteuerung (Control Panel) aufrufen
  • System -> Advanced Systems Settings -> Environment Variables

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o  Anlegen einer Systemvariablen JAVA_HOME und Pfadzuweisung zum Java JDK (siehe Abbildung)

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Vor der eigentlichen Installation des ODI ist zwingend die Java JDK – nicht die Runtime JRE – in der Version 7 zu beziehen und zu installieren. Auf dem Zielsystem sollte dann nach der Installation mit dem Aufruf von java –version die Java-Version angezeigt werden (siehe Abbildung).

Problem mit Java gelöst? Leider noch nicht vollständig. Wie bereits weiter oben erwähnt, arbeitet die Installation des ODI mit dem Oracle Installer – und der kann mit der Java Version 7 nichts anfangen.

Installiert man den ODI in einer Systemumgebung auf einem „jungfräulichen“ Windows Server 2012 Standard, wird man feststellen, dass hier keine andere Java-Version vorhanden ist. Die Installation wird auch nach der Bereitstellung von Java 7 nicht funktionieren (siehe Abbildung).

odi-abb-4

Wird die Installation auf einem System durchgeführt, wo bereits andere Oracle-Produkte (wie etwa die Datenbank) vorhanden sind, sind auch ältere Java-Versionen verfügbar. Für die Installation wechselt man einfach in das entsprechende Java JDK in den Ordner, in dem die java.exe zu finden ist und startet die Installation des ODI.

Für die Linux-Gemeinde: Auch die Installation auf einem frischen CentOS 6.4 wird genau aus den gleichen Gründen fehlschlagen wie bei einem Windows Server 2012-System. Java 7 ist bei CentOS 6.4 das Standard-JDK. Also bleiben wir bei Windows und starten die Installation des ODI – oder es wird ein Linux-System benutzt, bei dem Java 6 noch der Standard ist.

Bei Einsatz von Oracle Linux 6 und einer darauf installierten Datenbank mit Release 11.2.0.x kann man sich das JDK6 im Oracle-Home zu Nutze machen.

 

# cd $ORACLE_HOME

# cd jdk6/bin

# java –jar <pfad zu jar>/odi_121200.jar

 

Planung der Installation

Nachdem das Problem mit Java bekannt ist und im Vorfeld alles dafür getan wurde, dass die Softwareinstallation des ODI funktioniert, planen wir die Installation.

Es gibt drei unterschiedliche Installationsarten, die die Topologie des ODI betreffen:

 

  • Standard Installation Topology for the Java EE agent
  • Standard Installation Topology for the standalone agent
  • Standard Installation Topology for the collocated standalone agent

Für unser Tutorial wählen wir die zweite Installationsoption, da sie eine vereinfachte Topologie mit dem geringsten Konfigurationsaufwand besitzt und uns daher schneller in die Lage versetzt mit dem ODI zu arbeiten.

Was bedeutet diese Installationsart? Betrachten wir hierzu die Topologie des Standalone Agent:

 

[Quelle: E39433-01: Installing and Configuring Oracle Data Integrator]
[Quelle: E39433-01: Installing and Configuring Oracle Data Integrator]

APPHOST ist der Applikationsserver mit

    • Standalone Domain
      • Container für alle Systemkomponenten wie den Oracle HTTP Server oder den ODI Standalone Agent
    •  System Komponente (OracleDIAgnet)
  • DBHOST ist der Datenbankserver, der die relevanten Datenbankobjekte beinhaltet wie Master- und Workrepository

Applikationsserver und Datenbankserver sind für unsere Installation das gleiche System, es kann aber auch durchaus eine Trennung vorgenommen werden, wenn bereits eine Datenbank auf einem anderen System verfügbar ist.

 

Die Installation und Konfiguration des ODI umfasst folgende Schritte:

  • ODI Installation
  • ODI Repository erzeugen
  • Konfiguration für die Installationsart Standalone Agent
  • Erstellen des physikalischen Agent im ODI Studio
  • Starten von Node-Manager und des Standalone Agent

ODI Installation

Beginnen wir mit der Software-Installation des ODI. Hierzu – wie zu vor beschrieben – stellen wir uns in das bin-Verzeichnis einer Java Version 6 und starten die Softwareinstallation:

 

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Insgesamt gibt es 7 Schritte durch die uns der Installationsassistent führt.

  • Den Willkommen-Dialog können wir mit Weiter bestätigen.
  • Jetzt muss ein Oracle-Home angegeben werden, in die die Software installiert wird. Hier ist es zwingend erforderlich, ein neues Verzeichnis zu benennen:

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Für die Standard Installation eines Standalone Agent gibt es an dieser Stelle folgendes zu beachten:

  • Zuerst muss die Installationsart „Enterprise Installation“ ausgeführt werden, bei der alle notwendigen Softwarekomponenten, wie zum Beispiel das ODI Studio, installiert werden.
  • Nach der Softwareinstallation des ODI muss erneut die Installation gestartet werden.
  • Beim zweiten Durchlauf wird die Option „Standalone Installation“ gewählt, die dann wiederum

zwingend in ein neuer Oracle-Home installiert werden muss.

  • Dann kann der ODI mit der Topologie „Standalone Agent“ konfiguriert werden.

Mit diesem Wissen gehen wir weiter in unserer Installation:

 

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Anschließend werden die Voraussetzungen geprüft. Wird hier kein Fehler angezeigt, kann mit Weiter der nächste Dialog angezeigt werden.

  • Im fünften Dialog wird eine Zusammenfassung gezeigt, was installiert wird. Mit Installieren wird die Installation gestartet.
  • Installationsfortschritt

 

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Der letzte Schritt zeigt eine Zusammenfassung. An der Stelle kann die Installation, die erste wohlgemerkt, fertiggestellt werden.

Erneut muss die Installation des ODI wie in „Abbildung 6: Starten der Installation“ gezeigt, aufgerufen und die sieben Schritte des Installationsassistenten durchlaufen werden:

 

  • Den Willkommensdialog mit Weiter bestätigen.
  • Der Installationsspeicherort muss jetzt auf ein neues Oracle-Home verweisen, dass wir in das Feld „Oracle-Standardverzeichnis“ eingeben:

 

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Im dritten Dialog wird jetzt die Installationsart „Standalone-Installation“ gewählt. An der Stelle ist auch zu erkennen, dass wesentlich weniger Komponenten installiert werden. Man erkennt auch, dass das ODI Studio bei dieser Installationsart nicht verfügbar ist.

 

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  • Alle weiteren Dialoge können analog zu der Enterprise-Installation durchgeklickt werden.

 

Die Softwareinstallation des ODI ist an dieser Stelle abgeschlossen. Im nächsten Tutorial wird die Konfiguration der ausgewählten Topologie beschrieben.

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