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24. April 2015

Einrichten und konfigurieren des SAP Web Dispatchers / Installing and configuring SAP Web Dispatcher

Der SAP Web Dispatcher stellt einen zentralen Einstiegspunkt zum Zugriff auf SAP-Systeme über das Internet via HTTP(S)-Requests bereit und kann dabei neben der Kontrolle der eingehenden Verbindungen auch eine gleichmäßige Verteilung der Anfragen übernehmen. Darüber hinaus eignet er sich auch zur Bereitstellung statischer Websites.


In diesem Beitrag werden wir uns mit der Installation des Web Dispatchers befassen und Konfigurationsmöglichkeiten für verschiedene Anwendungsfälle kennen lernen.

Installation

Um den SAP Web Dispatcher herunterladen zu können, müssen Sie im SAP Support Portal angemeldet und zum Download berechtigt sein. Suchen Sie die Version, die zu Ihrem Betriebssystem und Ihrer Hardware passt, laden Sie die Archivdatei herunter und entpacken Sie sie mit dem Tool „sapcar“ in einen beliebigen Ordner auf der Maschine, die Sie zum Betrieb des Dispatchers nutzen wollen. Dafür bietet sich z.B. der Ordner C:\Programme\SAPWebDispan.

Grundlegende Konfiguration

Der Web Dispatcher leitet in seiner einfachsten Einstellung die über ihn aufgerufenen URLs so wie sie sind an das SAP-System weiter, erwartet dessen Antwort und gibt diese wiederum an den Client zurück. Dazu muss er wissen, wie er das System ansprechen kann. Diese und weitere Einstellungen werden in einer Profildatei abgelegt, die dem Programm beim Start als Parameter übergeben wird. So ist es möglich, verschiedene Konfigurationen vorzubereiten und bei Bedarf anzuwenden.

Um nach der Installation ein neues Standard-Profil zu erstellen, starten Sie den Web Dispatcher mit dem Parameter-bootstrap. Dadurch wird ein Assistent gestartet, der die wichtigsten Informationen abfragt.

Einrichten und konfigurieren des SAP Web Dispatchers 1

Geben Sie Host, Port (Standard: 8100) und System-ID des zum Zielsystem gehörenden Message Servers ein. Der Assistent überprüft nun, ob das System mit diesen Daten angesprochen werden kann. Ist das der Fall, werden nun einige Einstellungen zum Dispatcher selbst abgefragt:

  • Ein eindeutiger Systemname
  • Eine eindeutige Instanz-Nummer
  • HTTP- und HTTPS-Ports, über die der Web Dispatcher erreicht werden soll
  • Zusätzliche Verschlüsselung und maximale Anzahl gleichzeitiger Verbindungen

Danach wird das Profil als sapwebdisp.pfl im aktuellen Ordner abgelegt. Schließlich braucht der Assistent noch die Zugangsdaten, mit denen Sie sich später an der Verwaltung des Dispatchers anmelden wollen. Diese werden in der Datei icmauth.txt gespeichert. Nach Eingabe der Zugangsdaten erhalten Sie auch direkt die URL, über die die Verwaltung später erreichbar ist.

Das Programm ist nun lauffähig und kann gestartet werden: ./sapwebdisp.exe pf=sapwebdisp.pfl

Einrichten und konfigurieren des SAP Web Dispatchers 2

Wenn alles funktioniert hat, können Sie die Verwaltung nun über einen Browser öffnen:

Einrichten und konfigurieren des SAP Web Dispatchers 3

Weitere Systeme anbinden

Soll der Dispatcher auf mehr als ein System gleichzeitig verweisen können, müssen Sie diese in der Profildatei ergänzen. Dazu öffnen Sie sie mit einem Texteditor und suchen den mit # Backend System überschriebenen Abschnitt. Dort können Sie analog zu dem bereits bestehenden Eintrag weitere Systeme hinzufügen. Die 0 am Ende des Schlüssels ist eine fortlaufende Nummer, das nächste System sollte also den Schlüssel wdisp/system_1benutzen.

Eine ausführlichere Erklärung der möglichen Parameter finden Sie in der Dokumentation.

HTTP-Redirects

Statt eingehende Anfragen einfach weiterzugeben, kann man Regeln definieren, wie diese umgeleitet werden sollen. Beispielsweise kann man damit lange, komplizierte URLs verkürzen, HTTP automatisch zu HTTPS umstellen oder bestimme Aufrufe an andere Systeme weitergeben. Redirects werden mit dem Schlüssel icm/HTTP/redirect_nim Profil definiert, wobei das n erneut eine fortlaufende Nummer ist. Die Regel sieht dann wie folgt aus:

icm/HTTP/redirect_n = PREFIX=?, FROM=?, FROMPROT=?, TO=?, PROT=?, HOST=?

  • PREFIX ist das URL-Präfix, für die die Regel greifen soll. Sollen alle Adressen berücksichtigt werden, ist das Präfix /.
  • Soll die Regel bei allen Adressen eines bestimmten Musters greifen, können diese mit FROM festgelegt werden. Dabei können die Wildcards * (Zeichenkette) und ? (Zeichen) benutzt werden.
  • FROMPROT bestimmt das Protokoll der aufgerufenen Adresse (HTTP oder HTTPS)
  • Unter TO wird das URL-Präfix eingetragen, das das alte ersetzen soll. PROT legt das neue zu verwendende Protokoll fest (HTTP oder HTTPS).
  • HOST dient dazu, die Anfrage auf ein anderes System als das standardmäßig eingestellte weiterzuleiten.

Auch hierzu finden Sie weitere Parameter und Erklärungen in der Dokumentation.

Web Server

Der Web Dispatcher eignet sich auch zur Veröffentlichung statischer Websites und zum Teilen von Ordnern im Dateisystem. Dazu definiert man File-Access-Regeln in der Konfiguration:

icm/HTTP/file_access_n = PREFIX=?, DOCROOT=?, BROWSEDIR=?, DIRINDEX=?

Auch hier dient der Parameter PREFIX zum Identifizieren der URL. DOCROOT enthält den Pfad zu dem Ordner, der bereitgestellt werden soll; mit DIRINDEX können Sie die Datei festlegen, die beim Öffnen des Ordners übertragen wird (z.B. eine index.html). BROWSEDIR bestimmt die Berechtigung zum Anzeigen des Ordnerinhalts. Wird als Wert0 eingetragen, kann der Ordnerinhalt nicht angezeigt werden, 1 erlaubt Datei- und Ordnernamen, 2 zeigt zusätzlich die Dateigröße und den Zeitpunkt der letzten Änderung.

Die Dokumentation dieses Parameters finden Sie hier.

Ich freue mich auf Ihr Feedback!


Installing and configuring the SAP Web Dispatcher

The SAP Web Dispatcher provides a central point of access to SAP systems from the internet using HTTP(S), allows you to control and manipulate incoming requests and performs load balancing. It can also be used to publish static websites.

In this post, we will have a look at the installation of the web dispatcher and learn about some of the configuration possibilities for various applications.

Installation

To obtain a copy of the SAP Web Dispatcher, you need to have access to the SAP Support Portal and the permission to download the software. Find the version suitable for your operating system and hardware, download the archive file and unpack it using the tool “sapcar” to a folder of your choice on the server, for example C:\Program Files\SAPWebDisp.

General configuration

In its very basic configuration, the Web Dispatcher just redirects incoming URLs to an SAP system as they are, awaits the response and sends it back to the client. In order to do this, it needs to know how to connect to the system. Those and other settings are stored in profile files which are given to the Web Dispatcher using command line arguments. This allows you to prepare different configuration files and load them as needed.

Start the Web Dispatcher with the -bootstrap command line argument to launch a wizard that generates a default profile.

Einrichten und konfigurieren des SAP Web Dispatchers 4

Enter host, port and system ID of the message server belonging to the target system. The wizard now performs a quick check of the connection to the message server. If everything works, you will be asked for some information on the Web Dispatcher itself:

  • Unique System Identifier
  • Unique Instance Number
  • The Web Dispatcher’s HTTP and HTTPS ports
  • Encryption and maximum number of connections

After that, the profile will be stored as sapwebdisp.pfl in the current directory. Finally, you need to provide username and password to access the web administration. They are written to the icmauth.txt file. The wizard should now provide you with the URL of the web administration and end.

The program is now ready to use: ./sapwebdisp.exe pf=sapwebdisp.pfl

Einrichten und konfigurieren des SAP Web Dispatchers 5

You should also be able to open the web administration using a web browser:

Einrichten und konfigurieren des SAP Web Dispatchers 6

Connecting to more systems

The Web Dispatcher can have references to more than just one system. You can add more in the profile file by opening it with a text editor and finding the section titled # Backend System. References to other systems are created analogous to the one already existing. The 0 at the end of the parameter key is numbered consecutively, so the next system should use the key wdisp/system_1.

You can find a more in-depth explanation of the possible parameters in the documentation.

HTTP-Redirects

Instead of just passing the incoming requests to the system, you might want to define redirection rules for certain protocols or resources. You can – for example – shorten complicated URLs, force HTTPS instead of HTTP or delegate certain requests to other systems. Redirects are defined in the profile using the key icm/HTTP/redirect_n, where n is again numbered consecutively. A rule looks like this:

icm/HTTP/redirect_n = PREFIX=?, FROM=?, FROMPROT=?, TO=?, PROT=?, HOST=?

  • PREFIX is the URL prefix that the rule shall be applied to. Set the prefix to / to match every URL.
  • FROM can contain a pattern. You can use * (character sequence) or ? (character) as wildcards. The rule will be applied to every URL that matches the pattern.
  • If FROMPROT is set to HTTP or HTTPS, the rule will be applied to every URL that uses the protocol.
  • TO contains the new URL prefix that will replace the original prefix. You can also specify a certain protocol (HTTP or HTTPS) to be used for the redirection.
  • If you want to pass the request to another system, you can define the name of the system as HOST.

There are more parameters and explanations in the documentation.

Web server

The Web Dispatcher is also able to serve static web sites and folders from the file system. This can be done by defining file access rules:

icm/HTTP/file_access_n = PREFIX=?, DOCROOT=?, BROWSEDIR=?, DIRINDEX=?

Again the PREFIX parameter is used to identify the URLs. DOCROOT contains the path of the folder, while DIRINDEXcan hold the name of a file that will be served when the URL is opened. The BROWSERDIR parameter allows you to control the level of details when the folder contents are listed: 0 means the folder contents will not be visible, 1returns file and folder names and 2 also provides the file size and the time of the last change.

You can find further information in the documentation.

I am looking forward to your feedback!

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