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7. Dezember 2015
DataOne Blog

SAP Hana on Premise – Installationsanleitung des SAP Hana Testsystems auf einer virtuellen Maschine Teil 1

In der heutigen Zeit von Big Data, Internet der Dinge und Industrie 4.0 sowie dem Streben nach agilem Business in einer mobilen Welt werden nicht nur neue Möglichkeit und interessante Business Cases geschaffen, sondern es erfordert auch an leistungsstarken Technologien, die den Anfall von Massendaten und die echtzeitnahe Verarbeitung von diesen überhaupt erst ermöglichen.


Die Verarbeitungsgeschwindigkeiten sind meistens so hoch, dass für die beteiligten Unternehmen nicht nur die Rechenleistung der Hardware eine Rolle spielt, sondern auch die Entfernung zum Rechenzentrum bzw. die Art der Datenübertragung. Dabei spielt das Fachwort Liegezeiten auch eine große Rolle.

Bisher ist es so: Wenn der Aufruf einer komplexen Auswertung von historischen Daten einige Stunden dauert, bedarf es nicht dazu durchgehend auf den Bildschirm zu starren und auf die Antwort zu warten. Der Report wird dann meistens im Hintergrund gestartet und der User öffnet alle paar Stunden das Fenster mit der Query, um sich über den Ausführungsstand zu informieren. Obwohl er während dieser Zeit andere Aufgaben erledigen kann, führt es dazu, dass das Ergebnis nicht sofort wahrgenommen und dieses in Entscheidungen oder Handlungen umgesetzt wird, sondern eine bestimmte Zeit liegen bleibt. Aufgrund von diesen Liegezeiten müssen auch die Geschäftsprozesse, unter der Berücksichtigung der technischen Einschränkung gestaltet werden. Dies führt dazu, dass der Mensch sich von der Maschine abhängig macht und seine Visionen nicht zu 100% umsetzen kann.

Mit SAP Hana (High Performance Analytic Appliance) wurde dabei eine Datenbank bzw. eine Technologie entwickelt, die diese Antwortzeiten von Stunden auf wenige Minuten verkürzen soll und kann!

Auf der technischen Seite besteht die SAP Hana im Kern aus einer In-Memory-DB, die Unterstützung für mehrere unterschiedliche Datenverabreitungsengines (wie z.B. OLAP, Calculation, Join, Text Processing etc.) bietet. Die Architektur von SAP HANA wurde von SAP 2008 in Zusammenarbeit mit dem Hasso-Plattner-Institut und der Stanford University für die Echtzeit-Analyse großer Datenmengen entwickelt. Freigegeben für den produktiven Einsatz wurde es das erste mal am Ende des Jahres 2010, seit dem wurde es permanent weiterentwickelt, sodass diese aktuell unter der letzten Version SAP Hana Plattform 1.0 SPS11 (*November 2015) angeboten werden kann. Ohne zu tief in die technische Funktionsweise zu stürzen und die unterschiedlichen Einsatzszenarien zu beschreiben – die übrigens enorm breitgefächert sind! – wird in diesem Blog „nur!“ eine Anleitung gegeben, wie SAP Hana als Testsystem in einer virtualisierten Umgebung unter SLES 12 (SUSE Linux Enterprise Server 12) installiert werden kann. Offiziell wird von SAP befürwortet Hana nur auf einer zertifizierten Hardware zu installieren,zum Zwecke der Test und Demo Nutzung, kann aber auf die Anschaffung der teuren Hardware verzichtet werden und mit leichten Anpassungen auf der, die aktuell zur Verfügung steht, zum Laufen gebracht werden.

DISCLAIMER:

Diese Installationsanleitung darf nur für interne Test-/Evaluationszwecke und nicht produktive Hana Systeme genutzt werden. Sowohl aus lizenztechnischen als auch technischen Gründen ist von einem Einsatz für das produktiv System abzuraten.

Installation:

Hardwareanforderungen: Da die SAP Hana DB eine In-Memory DB ist, bedarf es an möglichst großem RAM-Speicher (die offizielle Hardware kann erst ab 128* GB bezogen werden! *Stand: Dezember 2015). Die Mindestanforderungen für eine Testnutzung können an dieser Stelle nicht gemacht werden. Es ist höchstens anzumerken, dass eine neuaufgesetzte Hana Datenbank im Leerlauf bereits auf 10 GB RAM Verbrauch kommt. Im SAP Install Guide wird zudem empfohlen, für 16 GB RAM einen CPU Kern zu verwenden. Diese grundlegende Info sollte man ebenfalls im Hinterkopf beibehalten.

In der folgenden Tabelle hat man zusätzlich eine kleine Übersicht, welche Anforderungen es an Speicherplatz für das Dateisystem bedarf:

Mount Verzeichnis Offizielle Mindestanforderungen
/  (root file System mit SLES Installation) 10 GB
/usr/sap 50 GB
/hana/data 3xRAM size
/hana/log 1xRAM size (*am besten auf einer SSD)
/hana/shared 1xRAM size

An Software benötigt man:

SLES 12 ISO – ist auf der offiziellen Webseite frei verfügbar (*ohne Support und Updates)

SAP HANA Plattform 1.0 ist direkt über den SAP Software Download Center zu beziehen. Es sind zwei Files, die im Idealfall unter dem bereits installierten SLES entpackt werden sollten. Oder man erstellt sich schlicht und einfach eine ISO Datei und mountet diese später in der VM.

Hat man sich die notwendige Hardware und Software beschafft, so kann die Installation beginnen:

In diesem Blogbeitrag wird eine Installation ohne den Wizard beschrieben. Was nicht unbedingt von Nachteil sein muss.

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Mit Enter den Installationsvorgang starten.

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Hier wird nach einem Registrierungscode gefragt. Wer das System in der frei-verfügbaren Version bezogen hat, kann auf Skip Registration klicken.

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An dieser Stelle sollte bereits bedacht werden, wie die Partitionierung von SAP Hana am Ende aussehen könnte. Wenn man mit der vom System angebotenen Zielverzeichnissen zufrieden ist, so bedarf es hier keinen weiteren Konfigurationen.

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Bei unserer Installation wurde die Swap-Partition in der default-Konfiguration auf eine andere Festplatte wie das home Verzeichnis angelegt. Unter dem Expert Partitioner haben wir es etwas angepasst, sodass die gesamte SLES 12 Umgebung auf einer Festplatte installiert wurde und die restlichen zwei Festplatten somit im vollen Umfang für die Hana Partitionen genutzt werden konnten.

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Ein letzter Check – ob die Installation Settings alle i.O. sind – ansonsten „Install“!

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Das System startet nach der Installation automatisch neu. Einloggen als „root“-User und voilà!

Konfigurationen:

Bevor es mit der eigentlichen Hana Installation weitergehen kann, muss im Vorfeld darauf geachtet werden, dass ein Java Environment eingerichtet ist und die Hana Partitionen angelegt bzw. gemountet sind. Das letztere ist dabei mit einem gewissen Aufwand verknüpft.

Hana Partitionen anlegen:

In unserem Fall standen uns 3 unterschiedlich große Festplatten zur Verfügung. 30, 50 sowie 100 GB groß. Das Linux System haben wir komplett auf die 50 GB Platte installiert. Nun blieben noch 30 und 100 GB übrig. Laut SAP werden insgesamt vier entscheidende Verzeichnisse für die Hana Installation benötigt. Welche das sind, wurde bereits zu Beginn in der Tabelle aufgelistet.

Unsere Beispiellösung für das Anlegen von diesen Verzeichnissen war wie folgt:

Im Partition Manager, der unter Yast zu finden ist, können die Festplatten beliebig partitioniert werden. Durch entsprechende Einträge in fstab kann das temporäre Einbinden von Datenträgern vorbereitet und entfernte Dateisysteme statisch ins lokale Dateisystem importiert werden. Partitionen, die beim Installieren von SLES bereits verfügbar sind, können somit durch einen automatisch erstellten Eintrag in der Datei /etc/fstab ins System eingebunden werden, sodass sie immer gleich nach dem Systemstart verfügbar sind.

Wie im unteren Screenshot zu sehen ist, wurde die 100 GB Festplatte bspw. in zwei gleich große Blöcke partitioniert und unter disk1 bzw. disk2 gemountet. Darauffolgend wurde ein symbolischer Link erstellt, der vom lokalen Verzeichnis /hana/data auf die neu partitionierte Festplatte disk2/data verweisen soll.

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Das Erstellen eines symbolischen Links:

Das Vorgehen ist relativ einfach. Unter den automatisch angelegten Mountverzeichnissen disk1, disk2 und disk3 müssen zuerst die Zielordner erstellt werden, auf die später verwiesen werden soll. Ebenso muss lokal das /hana Verzeichnis angelegt werden. Ist dies erledigt, können mit folgenden Konsole-Eingaben die Links generiert werden:

ln –s /disk1/sap /usr/sap

ln –s /disk1/shared /hana/shared

ln –s /disk2/data  /hana/data

ln –s /disk3/log /hana/log

Fertig. Die Partitionen sind angelegt und durch symbolische Links permanent erreichbar.

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Im nächsten Schritt muss noch das Java Environment installiert werden. Dies können wir auf eine bequeme Art und Weise umsetzen, in dem wir unter Yast auf Software Management gehen und dort unter Suche „hana“ eingeben. Es sollte das Package „SAP HANA Server Base“ angezeigt werden, welches leicht installiert werden kann. Mit diesem Package wird auch bereits ein Java Environment mitinstalliert, womit wir uns nicht mehr beschäftigen brauchen. Wer dennoch eine aktuelle Java Version installieren möchte, kann diese hier separat downloaden und aufsetzen.

Damit ist unsere Konfiguration noch nicht abgeschlossen.

Unter Networks Settings muss noch das IPv6 Protokoll deaktiviert werden. Dies ist notwendig damit in unserer IPv4 Umgebung nicht unnötigerweise nach den IPv6 Adressen gemappet wird. Zusätzlich müssen unter Hostname/DNS der Hostname und die Domain vergeben werden. Wie in den Screenshots bspw. abgebildet.

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Abschließend müssen der Hostname und die Domain in die Betriebssystem Datei /etc/hosts eingetragen werden. Diese enthält nämlich die Hostname-to-IP Mappings (IPv4!) für das TCP/IP Subsystem.

In der Konsole „sudo vi /etc/hosts“ eingeben. Und die Zeile mit 127.0.0.2 … eintragen. Die Freigabe für die Insert-Funktion wird durch die Tastatureingabe „i“ gewährt. Anschließend kann die Änderung mit „esc“ und „:wq!“ dauerhaft gemacht werden.

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Wer SAP Hana auf dem SLES 11 Installieren möchte, der sollte sich ebenfalls noch das SAP Note 1824819 ansehen und möglicherweise die transparent_hugepage deaktivieren.

Ansonsten gibt es auch noch ein SAP Note für den SLES 12. Dieses findet man unter SAP Note 1984787.

Damit sind alle Anpassungen abgeschlossen und die Installation von SAP Hana DB kann durchgeführt werden.

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