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14. Oktober 2016

Ich weiß heute schon was mein Kunde morgen will – Potenziale des Digital Commerce

Selbstauffüllende Kühlschränke, automatisierte Bestellungen, leere Kaufhäuser und Geschäfte, verwaiste Innenstädte – was für den stationären Handel eine Horrorvorstellung ist, klingt für Zalando, Amazon und Co. wie Musik. Die Digitalisierung ist auf dem Vormarsch und versetzt immer noch viele Unternehmen in Angst und Schrecken. Dabei birgt sie doch angefangen vom E-Commerce bis hin zum Mobile Payment enormes Potenzial. Prof. Dr. Frank Hälsig, Professor an der htw saar im Experteninterview über neue Geschäftsmodelle, Kundenbedürfnisse und Spielregeln in der digitalen Welt.


Deutsche Unternehmen verschenken Potenzial

Studien zu Folge sind Unternehmen aus den Bereichen Handel, Produktion und Herstellung immer noch überwiegend nicht für die Digitalisierung gerüstet. „Die Selbstwahrnehmung deutscher Handelsunternehmen ist mitunter deutlich zu optimistisch und schönt die Wirklichkeit“, kritisiert BVDW-Vizepräsident Achim Himmelreich bereits in der Vergangenheit die Handelsunternehmen.
Auch 2016 zeigen sich immer noch ein Großteil der befragten Unternehmen nicht „reif“ für die Digitalisierung (BDW Studie 2016).

Und auch das McKinsey Global Institute bestätigt: aktuell nutzt Deutschland nur zehn Prozent seines digitalen Potenzials. Umso erschreckender die Tatsache, dass dieses Versäumnis ein Verlust von geschätzten 500 Milliarden Euro bedeutet.

Dabei hat insbesondere der Handel durch das Aufkommen des E-Commerce bereits eine Revolution erlebt. Warum aber tun sich noch so viele Unternehmen schwer, den nächsten Schritt in Richtung digitale Transformation zu gehen?

Multi-Channel-Distribution als Chance

Wichtig ist, die unterschiedlichen Kanäle nicht als Wettbewerber zu betrachten, sondern diese im Sinne des Cross-Sellings als Chance zu sehen. Doch hier ist laut Prof. Dr. Frank Hälsig bei vielen Unternehmen noch ein Umdenken notwendig.

Es gilt zu erkennen, wie man die Digitale Transformation mit dem wichtigsten Gut am Point of Sale verknüpfen kann: dem Kunden mit samt seinen Bedürfnissen und Wünschen. In anderen Worten: Wie kann man sich Technologien zu nutzen machen, um Services und Empfehlungen im stationären Handel auszusprechen? An dieser Stelle gibt es schon viele gute Beispiele.

Auf dem Vormarsch sind u.a. Beacon Technologien. Beacons sind kleine Bluetooth-Sender, die an Regalen, Produkten oder Schildern angebracht werden können. Die Sender können mit Smartphones kommunizieren und ermöglichen so eine Kommunikation mit einzelnen Geräten. So kann der Kunde beispielsweise im stationären Handel mit Sonder- und Rabatt-Aktionen direkt auf dem Handy versorgt werden. Auch Anwendungstipps auf dem Display oder Informationen über die Verfügbarkeit eines Artikels stellen weitere Möglichkeiten dar. (Quelle Netzstrategien).

Auch die virtuelle Realität kommt zum Zuge. Das lästige An- und Ausziehen in der Umkleide kann man sich zukünftig sparen. Von der virtuellen Anprobe mit dem Hightech-Spiegel bis hin zur virtuellen Umkleidekabine sind wir nicht weit entfernt.  Darüber hinaus können Kunden zukünftig über 3D Simulationen in digitale Erlebniswelten eintauchen.  Nicht nur Käufer mit einer geringen Vorstellungskraft können hier vom Endergebnis überzeugt werden.

Apps und Mobile Payment auf dem Vormarsch

Neben den virtuellen Welten muss sich der Markt außerdem stärker auf einen mobilen Käufer einstellen, d.h. Lösungen müssen her, die mobiles Bezahlen ermöglichen.
Bereits die Weihnachtseinkäufe, die im vergangenen Jahr in den USA über das Smartphone getätigt wurden, brachten neben 57% Traffic auch 30% Umsatz – ein unglaubliches Potenzial. (Quelle T3N)

Gestützt von einer PWC Studie lag die Kundenbasis 2014 für mobile Bezahlsysteme in Deutschland bei etwa 176.000, im Jahr 2020 wird sie über 11 Millionen Endverbraucher umfassen. Das Marktvolumen für PayApps im B2C-Segment lag 2014 bei lediglich 7,4 Millionen Euro pro Jahr. Im Jahre 2020 sprechen wir bereits von einem  Marktvolumen für PayApps für Endverbraucher und Geschäftskunden in Deutschland bei insgesamt rund einer Milliarde Euro im Jahr.

Die neue Customer Journey – Entdecke die  Möglichkeiten

Die digitale Vernetzung innerhalb der Customer Journey wird zukünftig wichtiger denn je sein. Zum einem um den Kunden ein 360-Grad Einkaufserlebnis über verschiedene Kanäle und Benutzeroberflächen bieten zu können – und damit auch einen Vorsprung zum Wettbewerb zu haben. Zum anderen birgt das Thema Big Data mit seinen intelligenten Datensystemen aber auch ein unglaubliches Potenzial, Vertriebswege aufzurüsten und neue Möglichkeiten für das Marketing zu identifizieren. Auch das Empfehlungsmarketing könnte damit eine neue (interaktive) Dimension erreichen.

Auch Prof. Dr. Hälsig sieht im digitalen Wandel eine große Chance für Unternehmen. Er sprach mit uns im Interview u.a. über Zuständigkeiten, Plattformen, eCommerce und Mobile Payment.

Frage 1: Wie genau verändert die Digitalisierung den Markt, die Kunden und die Wertschöpfung?

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Frage 2: Warum sollte sich ein Unternehmen mit den Thema Digitale Transformation beschäftigen
und v.a. wer sollte hier im Unternehmen dafür zuständig sein?

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Frage 3: Es wird häufig bemängelt, dass deutsche Unternehmen der digitalen Transformation hinterher hinken.  Was fehlt Unternehmen hier zu Lande noch, um richtig durchstarten zu können?

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Frage 4: Welche Voraussetzung muss die IT erfüllen, damit die digitale Transformation im Unternehmen gelingen kann?
Welchen Beitrag leistet die IT auf dem Weg zur Smart Factory bzw. zur digitalen Transformation?

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Frage 5: Mobile Commerce und Mobile Payment zählen ebenfalls zu Ihren Schwerpunkthemen.
Inwiefern konnte sich das Thema Mobile in der Branche Handel durchsetzen? Welche Herausforderungen müssen noch bewältigt werden und wie kann die IT hierbei unterstützen?

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