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Wenn wir wüssten, was wir alles wissen: Bringen wir den betrieblichen Innovationsprozess auf ein digitales Level

Wenn wir wüssten, was wir alles wissen: Bringen wir den betrieblichen Innovationsprozess auf ein digitales Level

In den Köpfen der Mitarbeiter schlummern Milliarden? Das behaupten zumindest Konzerne, die dank interner Ideenprogramme große Summen einsparen können. Audi berichtet von ca. 100 Mio. Euro.

Dabei reicht die Rolle des Ideenmanagements weit über Einsparungen oder verbesserte Arbeitsabläufe hinaus – 90% der Führungskräfte machen ihren langfristigen Unternehmenserfolg von der Fähigkeit Ideen zu entwickeln abhängig. Ein funktionierendes Innovationsmanagement und Crowdsourcing gelten als effektive Mittel, um in der digitalen Welt performen zu können.

 

 

Innovationsinitiativen in Unternehmen

 

Philip Morris

Unter dem Motto „Self-Disruption“ werden Mitarbeiter verschiedenster Abteilungen dazu aufgerufen, gesündere Alternativen zu Zigaretten zu entwickeln.

 

Ford

Crowdsourcing-Potentiale werden unter anderem für die Weiterentwicklung des Intersection Priority Management Systems genutzt – eine vorausschauende Technologie, die Unterbrechungen im Verkehrsfluss reduziert.

 

Bleiben KMUs auf der Strecke? Offenbar weisen Mitarbeiter mittelständischer Unternehmen sogar eine höhere Motivation für das Einbringen von Ideen auf als Konzernangestellte. Mittelständler sind überschaubar genug, um Einflussnahme zu vermitteln, trotzdem nicht ausreichend ressourcenstark für eine interne Ideenmanagement-Abteilung. Hier greift der digitale Innovationsprozess.

 

Am Anfang jeder Innovation steht eine Idee

Idee ≠ Innovation. Trotzdem sind Ideen der Startpunkt und es gilt, Quantität steht über Qualität, denn keiner ist so klug wie wir alle. Im ersten Absatz fiel der Begriff Crowdsourcing: Je mehr Blickwinkel zusammenkommen, desto hochwertiger kann der Startpunkt einer Innovation werden. Neben der Involvierung möglichst vieler Parteien, Stichwort: Open Innovation, ist ein kontinuierlicher Diskurs elementar. „The best way to inspire innovative thinking is to create an ongoing conversation”. Andere Perspektiven werten unsere Ideen ungemein auf, denn wir verlieren uns schneller in Betriebsblindheit als uns lieb ist. Ich fand es spannend, dass sich Ähnliches in den Antworten meines Teams reflektierte, als ich sie fragte, wie sie auf Ideen kämen:

Innovationsprozess1 Innovationsprozess2

 

 

 

Das Phänomen Idee: Wie wird sie hervorgerufen?

Zwei zugrundeliegende Prinzipien

  1. Eine Idee ist eine Rekombination von bekannten Elementen
  2. Die Rekombination wird durch das Verständnis für Zusammenhängen bekannter Elemente ermöglicht

 

The Technique for producing Ideas (1940) von James Webb Young hat an Gültigkeit nicht verloren: Beginnend mit einer Brainstorming Phase, geht es im ersten Schritt darum, möglichst viele Gedankenimpulse einzufangen. Die ersten Ideenkonstrukte gilt es aufzuschreiben und zu verarbeiten – obwohl sie noch lange nicht zufriedenstellend sind. Hier müssen potenzielle Frustrationen ausgehalten werden. Die dritte Phase steht im Zeichen der Ablenkung und dem vollständigen Abkoppeln der Gedankengänge. Sherlock Holmes ist übrigens Meister darin, sich gedanklich vollständig aus verkopften Situationen herauszuziehen und anschließend mit sprühendem Einfallsreichtum zurückzukehren: die vierte Phase. Der fünfte Schritt nimmt sich der aufgewerteten Idee an und setzt sie der externen Kritik aus.

 

Innovationsprozess3

Die Idee in den Innovationsprozess schleusen: Was digital alles kann

Eine durchdachte digitale Plattform stellt sich den herkömmlichen Herausforderungen des Ideenmanagements und verhilft Unternehmen zu einem nachhaltig funktionierenden und ressourcenschonenden Innovationsmanagement.

1. Das Auffangbecken

Eine Ideenmanagement-Software dient als Trichter für alle aufkommenden Einfälle – egal ob Vereinfachung des Arbeitsablaufs, Bereicherung des Produktportfolios oder eine Transformation des Business Models. Dank eines standardisierten Prozesses und einer allgemein zugänglichen Plattform, versanden wertvolle Ideen nicht im Alltagsgeschehen. Die Hemmschwelle ist gering, da das Einreichen anonym erfolgen kann und das Einsehen zuvor eingereichter Ideen die Relevanz der eigenen Idee bekräftigt.
Voraussetzungen: Das Einstellen einer Idee ist simpel und bereitet Spaß. Die Mitarbeiter haben Zugang zur Software, auch außerhalb der Unternehmensgrenzen, und nehmen die Wertschätzung für ihren Beitrag in der Unternehmenskultur wahr.

2. Die Aufpolierung

Die Kombination verschiedener Erfahrungen und Blickwinkel sowie der gemeinsame, informelle Diskurs formen eine Idee und holen das Maximum aus ihr heraus. Eine Plattform bietet Raum für moderne Interaktion und den Austausch von Links und anderen Informationsquellen. Besonders hochwertig kann der Austausch werden, wenn das System für Partner und Zulieferer geöffnet wird. Ist eine Idee besonders überzeugend, besteht die Möglichkeit Interesse an aktiver Unterstützung anzumelden. So können sich Projektgruppen auf selbstständige Art und Weise zusammenfinden. Für Mitarbeiter übrigens ein bedeutender Motivator, denn sie beteiligen sich an der Unternehmensentwicklung und widmen sich eigenen Interessensgebieten. Das eröffnet ihnen nebenbei neue Aufstiegschancen. Laut einer Deloitte Studie (2017) wünschen sich Millennials Entscheidungsbefugnis und Verantwortung am Arbeitsplatz. Ihnen ist wichtig, etwas bewirken und Einfluss ausüben zu können.
Voraussetzungen: Die Organisation meistert agile Anforderungen und Mitarbeiter sind nicht starr an die Zugehörigkeit einzelner Silos gebunden. Es herrscht eine Kultur der gegenseitigen Wertschätzung und Fehlertoleranz. Die Motivation ist überwiegend intrinsisch und nicht ausschließlich monetär getrieben.

3. Die Evaluation

Das übergeordnete Ziel ist das Ankurbeln der Innovationsfähigkeit. Also geht es nicht nur um das Sammeln von Ideen, sondern um das Einschleusen in einen Bewertungsprozess. Schließlich geht es in Zeiten der Digitalisierung um Business Model Innovation. Eine Software bietet hier die notwendige Effizienz und Transparenz. Der Evaluationsprozess ist digital abgebildet und könnte beispielsweise durch ein Value Proposition Canvas oder eine Marktanalyse navigieren. Jeweilige Entscheider geben die Idee für nächste Level frei und der Ideengeber kann den Status seiner Idee mitverfolgen. Moderne Innovationsprozesse sind in Sprints aufgeteilt und wechseln je Phase den Verantwortlichen. So werden Arbeitsergebnisse hochwertiger und das unternehmensweite Commitment stärker. Durchgesetzte Ideen können als Erfolgs-Story im System erhalten bleiben.
Voraussetzung: Ausgelebtes Empowering Leadership: Mitarbeitern werden Entscheidungsbefugnis und die Freiheit, vielversprechende Projekte weiterverfolgen zu können, übertragen. Genehmigungsprozesse sind entbürokratisiert und schlank.

 

 

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Innovation ins Daily Business zu integrieren ist eine entscheidende, jedoch keine triviale Aufgabe. Der letztendliche Erfolg ist auch eine Frage der Unternehmenskultur. Ein digitalisierter Innovationsprozess bietet großartige Möglichkeiten, Ideen sichtbar zu machen, das Meiste aus ihnen herauszuholen und den Evaluationsprozess effizient zu gestalten. Weitere Benefits ergeben sich durch die Integration von aufschlussreichen Analyse-Dashboards und originellen Gamification-Ideen, die Möglichkeiten sind mannigfaltig. Vor allem der Mittelstand sollte an diesen Chancen anknüpfen.

“Genius is in the idea. Impact, however comes from action.” Simon Sinek

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